février 07, 2006

Kanton Oberhasli?

Die Berner Verwaltungsreform bringt eine alte Idee wieder aus Parkett: den Kanton Oberhasli. Brisanz erhält das wohl nicht unmittelbar vor der Verwirklichung stehende Projekt durch die neuen Steuergesetze im Nachbarkanton Obwalden, wo eine degressive Besteuerung gute Steuerzahler anlocken soll. Tatsächlich weist die Innerschweiz seit einigen Jahren eine interessante Entwicklung auf: Typische Berggebietskantone wie Schwyz oder Nidwalden bringen sich mit tiefen Steuersätzen ins Gespräch und holen wirtschaftlich auf.

Abgesehen vom politischen Geplänkel und den berechtigten historischen Ansprüchen der einst so stolzen, reichen und freien Landschaft Hasli stellen sich aus geographischer Sicht tatsächlich ein paar interessante Fragen:

- Ist das Hasli nahe genug an den urbanen Zentren, um als Wohnregion für Gutverdienende attraktiv zu sein?

- Welche Auwirkungen hätte ein Brünigtunnel auf die Standortattraktivität (Anbindung an die Agglomeration Luzern, Einbezug in die Metropolitanregion Zürich?)

- Wäre eine bessere Anbindung an Luzern als eigener Kanton einfacher finanzierbar (zB über Bundesmittel)?

- Wie beeinflusst der Militärflugplatz Unterbach die Standortattraktivität?

- Welche Rolle würden die Einkünfte aus der Wasserkraftnutzung in einem solchen Kanton spielen?

-Sind die Infrastrukturkosten im Hasi höher als zB in Obwalden (Passtrassen, Alpstrassen etc).

- Was wiegt schwerer: Das Geld, das aus Bern kommt, oder die negativen Auswirkungen der hohen Steuerlast?

Mit Blick auf die Innerschweiz lässt sich die Frage noch etwas anders formulieren: Wäre ein Kanton Oberhasli ein zweites Schwyz, wie das nun auch Obwalden anstrebt, oder doch eher ein zweites Uri?

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