juin 08, 2006

Im Rosenlaui

Das alte keltische Wort Rosa hiess einst soviel wie Gletscher oder Wildbach. Für das Rosenlaui im Haslital trifft beides zu. Über den düsteren Malmkalkwänden, die schroff aus der lieblichen Voralpenlandschaft aufsteigen, liegen mächtige Eismassen, deren Schmelzwasser über stiebende Wasserfälle und durch tief eingeschnittene Schluchten zu Tale donnert. Wer am Fuss der Wand über die grünen Alpweiden wandert, erlebt das Rosenlaui als malerisches Idyll. Wer sich ein bisschen weiter vorwagt, findet sich plötzlich in einer wüstenhaften Einöde wieder. Der Gletscher hat sich seit 1850 weit zurückgezogen und eine chaotische, wilde Landschaft hinterlassen. Blankgeschliffene Felsplatten, Moränenschutt und riesige Felsbrocken liegen da, wo noch zu Grossvaters Zeiten das ewige Eis an der Sonne glänzte. Besonders unnahbar wirkt die Landschaft, wenn Neuschnee liegt und Nebel die unnahbaren Felszinnen und Gletscherabbrüche umspielen...





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