août 01, 2006

+ different since 1291 +



Zum 1. Augsut sollte man ja etwas Gutes über die Schweiz und die Schweizer sagen. Da zuviel patriotisches Eigenlob schnell einmal stinkt, und zwar zuweilen bis zum Himmel, lasse ich darum, bevor ich hier noch in unfreiwilligen Chauvinismus verfalle, einen berühmten Ausländer zu Wort kommen:

Die Meinungen über den schweizerischen Volkscharakter waren schon immer recht geteilt. Die Ursache liegt darin, dass andere Nationen es schwierig fanden, seine Einfachheit zu begreifen. Entweder hielt man die Schweizer für romantisch-tugendhaft oder für gemein und gewinnsüchtig, während sie in Wirklichkeit weder heldisch noch verworfen waren, sondern treuherzige Menschen von einer bisher kaum gekannten Hartnäckigkeit. Ihr Leben warfen sie nicht grundlos weg, aber sie schätzten es auch nicht allzu hoch ein; ein einmal gewonnenes Gut hielten sie mit kräftigem Griff fest, aber sie erhoben die Mehrung des Gutes nicht zu einem Leitideal; ihre Liebe war geduldig und hatte den Blick für das Praktische, sie ermattete nicht, noch liess sie im Stich. Die Armen unter ihnen gaben sie nicht dem Verderben preis. Stolz waren sie, doch liessen sie sich vom Stolz nicht zu unbedachten und unwürdigen Streitigkeiten aufstacheln; sie waren auf ihr Eigen bedacht, überliessen aber dem Nachbarn ohne Murren das Seine. Ihr werdet bei ihnen keine subtile Geistigkeit und keinen hohen Überschwang finden, dafür aber einen untrüglichen gesunden Menschenverstand und eine beharrliche Geradheit. Man kann sie nicht zu ihren Pflichten überreden, aber sie haben einen feinen Sinnn dafür. Sie meiden Freundschaftsphrasen, aber wer in Not ist, den verlassen sie nicht. "

Aucun commentaire: