août 28, 2006

Tatra

Die Hohe Tatra an der polnisch-slowakischen Grenze gilt als das kleinste Hochgebirge der Welt. Ökologisch bietet sie ähnliche Bedinungen, wie man sie aus den Ostalpen kennt. Die isolierte Lage als Vorposten im zwischen dem nordosteuropäischen und dem pannonischen Tiefland machen sie jedoch zu etwas ganz Besonderem. Wir besuchen den polnischen Tatrzański Park Narodowy, dem nach Białowieżawohl bekanntesten Nationalpark des Landes. Grosse Teile der Landschaft werden hier vollständig vor dem Zugriff des Menschen geschützt, so dass sich neben Gemsen, Murmeltieren und Adlern auch Bären und Wölfe im Park aufhalten können. Grosse Teile des früheren Wirtschaftswaldes werden dem Verfall Preis gegeben. Wenn der Borkenkäfer sein Werk vollendet haben wird, sollen hier dereinst wieder standortgerechte Mischwälder entstehen. Doch der rigorose Schutz hat seine Kehrseiten: Die wenigen Areale, welche Touristen offen stehen, sind hoffnungslos überlaufen, und ein überbordender Tourismus lässt auf den unter der Ägide der Parkverwaltung traditionell bewirtschafteten Schafalpen einen Hauch von Disney-Land-Stimmung aufkommen. Unter der Führung eines Parkrangers versuchen wir uns etwas abseits der Touristenströme zu bewegen. Tatsächlich finden wir die Spuren eines Bären und stossen sogar auf Losung. Den Petz selbst kriegen wir aber nicht zu Gesicht...


Grosse Teile der Wälder werden dem Zusammenbruch Preis gegeben

So sähen die Alpen aus, wenn es keine Bewirtschaftung gäbe

Ein subalpines Moor mit Wollgras und Krüppelbäumen

Eine alte Schäferhütte, in der Oscypek auf traditionelle Art hergestellt wird.

Oscypek im Rauch

Die Schafhaltung hat in der Tatra Tradition, ist heute aber auf kleine Flächen beschränkt.

Eine verfallende Alphütte aus dem 19. Jahrhundert.

Düstere Stimmung über den Wäldern der Tatra

Tannen im Wind

2 commentaires:

T.M. a dit…

In der Tatra war ich zuletzt 1985 (?), aber von der slowakischen Seite, auf der Nordseite zuletzt 1978, nach 1980 war sie nicht mehr erreichbar. Aber ich fand's immer wunderbar dort. Was bin ich da gewandert! Ich hab oft Gemsen und dicke Murmeltiere gesehen und wunderschöne Wälder. Ich war auf dem Rysy, dem Krivan, dem Giewont (immer erkennbar an dem grossen Kreuz drauf) und zuletzt dem Slavkovski Stit.

Der Wilderer a dit…

Ja, die slowakische Seite hätte mich auch sehr interessiert. Dort soll es ja deutlich weniger Tourismus geben. In Polen sind es mittlerweile gegen 3 Mio, die jährlich durch den Nationalpark ziehen....