octobre 18, 2006

Trift

Am alten Weg in die Trift

Seit ich ein Bub war, zieht es mich Jahr für Jahr in die Trift. Nur ein paar Kilometer von unserem Heimetli in Hopflowwenen entfernt zieht sich dieses wilde Tal in die Gneis- und Granitberge des Aarmassivs hinein. Der steile Pfad führt durch die verwunschenen Wälder des Gadmertales hoch über der tiefen Triftlamm in die untere Trift hinein. Bis 1850 hatte der Gletscher diese einsame Schafalp überdeckt, nun wachst Gras und dichter Wald von Troslen auf den Moränen. Über einen Felsriegel mit runden, vom Eis abgeschliffenen Platten erreicht man schliesslich den Triftgletscher. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, reichte er bis hart an den Fuss des Felsriegels heran. Heute hatte er sich mehrere hundert Meter weit zurückgezogen, ein See ist entstanden, und der einstmals so imposante Eisabbruch sinkt Jahr für Jahr weiter zurück an den Felsen.

Auch sonst hat sich viel geändert in diesem einst so einsamen Tal, das für mich so etwas wie ein heiliger Ort darstellte. Die Kraftwerke Oberhasli, die seit über 80 Jahren damit beschäftigt sind, die wilde Natur des Haslitals, einst unter Malern und Dichtern weltberühmt für ihre rauhe Schönheit, mit Beton und Stahl zu zähmen und der industriellen Nutzung zuzuführen, haben den Tourismus für sich entdeckt. Eine alte Werksbahn ist für den Publikumsverkehr geöffnet worden, am Triftgletscher lockt die höchste Hängebrücke Europas und das Schauspiel des sterbenden Gletschers lärmige Gruppen von bunt gekleideten und lauten Touristen an. Wieder geht ein Stück Wildnis verloren...

Der grandiosen Schönheit dieser wilden Landschaft kann das alles nur wenig anhaben. Der verschlungene Weg durch den Wald hinauf in die Trift wird dank der Bahn noch seltener Begangen als zuvor, und auch weiter oben, am Furtwangsattel und dem Grat zum Steinhüüshooren sind nur ein paar wenige Wanderer unterwegs.




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