octobre 10, 2006

wilderer


erst im herbst kehrt im berg die wildnis zurück. die alphuetten sind verlassen, die feuergruben kalt. der klang der kuhglocken ist verstummt. nur noch das heulen des wetterlufts und das ewige rauschen der gletscherbäche ist zu hören. mit der wildnis kommt auch das andere, das unheimliche zurück. geister und bootzen suchen die einsamen stafel auf. der mensch hat nichts mehr verloren in dieser welt.

und dennoch zieht es verwegene hinauf, weit fort vom sicheren dorf. alleine durchstreifen sie die dichten urwaelder, ziehen über die verlassenen hoehen. eine unheimliche gier treibt sie ueber firne und felsen. sie sind auf der jagd. wie woelfe hasten sie durch die daemmerung, meiden die wege und huetten der menschen. abgruende tun sich auf. wer sich dem wilderer in den weg stellt , ist verloren.

dort oben, weit weg vom warmen herdfeuer daheim, wird der wilderer ein anderer. in sein dorf kehrt er als fremder zurueck. ein teil von ihm bleibt für immer da draussen. er ist wild geworden.

1 commentaire:

T.M. a dit…

Sehr hypsch.

P.S.: Hatte infolge des Umzugs noch den alten feed, der seit Wochen leblos dalag. Mist.