décembre 27, 2006

Stille Nacht...

Als die Sonne untergeht, will es doch noch kalt werden. Langsam senkt sich ein blaues, samtenes Licht über das Land und verwischt die Konturen, welche die langen Schatten zuvor in den Schnee gezeichnet hatten. Es wird Nacht in den Bergen. Unten in den Städten singen sie heute von der stillen Nacht, die sie nicht mehr sehen können, unter dem rötlichen Dunst von künstlichem Licht, der sich Abend für Abend über die Siedlungen legt. Wir haben uns nach den Familienfesten der letzten Tage in die Berge zurückgezogen und uns in einer gemütlichen Blockhütte ein währschaftes, süsses Znacht aus gedörrten Birnen, Baumnüssen und Nidlen gemacht. Doch bevor wir die Löffel genüsslich in die zuckrige Masse tauchen, geht es nocheinmal hinaus.

Im flackernden Schein einer Fackel stapfen wir durch den verharschten Schnee auf eine Lichtung im Wald. Ein paar Steinmänner stehen da, die dunklen Arven umgeben uns wie ein Ring aus Schatten. Es ist unbeschreiblich still hier, als ob die Natur selbst feierlich schweige. Über uns glitzert ein Meer von Sternen in einem tiefen, blauen, grundlosen Himmel. Fast schüchtern heben wir unseren Weihnachtstrunk, ein schweres, dunkles Bier, und trinken uns zu. Dann stiefeln wir zurück durch den Schnee. Ein warmes Lichtlein und ein feiner Geruch von Rauch künden uns die nahe Hütte an. Noch einmal schaue ich zum Himmel, bevor ich in die gemütliche Wärme trete. Man muss sie erlebt haben, diese stille, klare, kalte Nacht, die es nur im Winter gibt...

2 commentaires:

thunderstorm a dit…

Wunderbar beschrieben! Irgendwie heimelig, das zu lesen.

P.S.
thunderstorm hat geändert. Neu:
www.brotschi.org/wordpress/

Grüsse in die Altjahrswoche

thunderstorm

Der Wilderer a dit…

Danke! Es war auch sehr heimelig in der Hütte, es geht doch nichts über den Winter in den Bergen....