février 04, 2007

Lichtmess

Hinausschauen.

Februar. Die Tage werden spürbar länger, die Sonne steht wieder höher am Himmel. In manchem alten Jurahaus ist Lichtmess der erste Tag, an dem sie wieder durch das Stubenfenster herein scheint. Heuer glaubt man fast schon den Frühling in der Luft zu spüren. Doch noch weht eine kalte Bise über die Jurahöhen, und in den schattigen Hängen liegt noch Schnee. Wir schauen hinaus ins weite Land. Der Rhein glänzt silbern in der Ebene, und die Heiligen Berge stehen wie urzeitliche Wächter um die alte Keltenstadt herum. Unser Weg führt uns mitten über den Höhenzug, Tannen, Moos und Schnee zur Linken, Steineichen und lichten Buchenwald zur Rechten.

Der Himmel leuchtet golden, als wir den Felskopf auf dem Barschwang erreichen. Weit draussen im Westen versinkt die Sonne in den Wäldern. Das Land löst sich in blauen Schatten auf, während im Süden ein feines Rosenrot die schroffen Hörner färbt: Das Finstere, das Schreckende, das Weisse. Als das zarte Licht verblasst und die Nacht heraufzieht, spüren wir plötzlich die grimmige Kälte. Wir stapfen durch den gefrorenen Schnee hinunter zum Bauernhof. Schon von weitem sehen wir das warme Licht der Gaststube durch die kleinen Fenster scheinen. Hinter den dicken Mauern aus Kalkstein erwartet uns ein ein Festmahl mit geräuchertem Speck, Jurakäse und einem heissen Kaffee mit Schnaps. Zeit, zu feiern.

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