avril 10, 2007

Feuersprung

Es ist eine gespenstische Nacht. Nebel hängt zwischen den Bäumen, alles ist klamm und feucht. Im Schein der Fackeln ziehen moosüberwachsene Steine und vermodernde Baumstümpfe an uns vorbei. Schritt für Schritt steigen wir den schmalen Waldpfad hoch. Taubesetzte Spinnenfäden bleiben an den Kleidern hängen.

Oben dringt Mondlicht durch die Nebelschwaden. Noch ist kein Vogel zu hören. Wir stossen die Fackeln tief hinein in den Holzstoss. Augenblicke später lodert eine mächtige Flamme in den Nachthimmel hinauf. Um uns stehen die schwarzen Baumstämme schattenhaft im Kreis. Wir heben das schäumende Horn und trinken mit grossen Schlucken: Auf die Mächte des Lebens, auf unsere Lieben, auf die Zukunft und auf unsere Träume. Als mit dem ersten Tageslicht die Vögel aufgeregt durcheinanderzwitschern und den Morgen begrüssen, lassen wir die Flammen noch einmal auflodern. Mit einem übermütigen Jauchzer auf den Lippen springen wir durch die Flammen - hinein in den Frühling.

Bild 2-4: Stéphanie Sutter

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