mai 02, 2007

Feldkurs

Schaufeln und Messen. Foto: Tina Sugunthi

Wenn der Westwind auffrischt, liegt ein Hauch von arktischer Einsamkeit über Finse. Hier, am Scheitelpunkt der berühmten Bergensbahn, in der höchstgelegenen Ortschaft Norwegens, herrscht auch im April noch Winter. Die Seen sind fest zugefroren, über dem Eis liegt meterhoch Schnee. Die Forschungsstation, welche die Universitäten von Oslo und Bergen hier betreiben, ist tief im Schnee vergraben: Jede Nach verfüllt der Wind den mühsam ausgebuddelten Eingang aufs Neue.

Eine Woche verbringen wir - eine bunte Truppe von Studenten aus zehn Nationen - in der Urlandschaft am Fusse des Hardangerjøkulen. Wir nehmen Schneeprofile auf, bohren Löcher in die Eisdecke eines kleinen Bergsees, suchen nach Spuren von Wild im Schnee. Drinnen in der Forschungsstation, deren Fenster von mächtigen Schneemauern verdeckt bleiben, herrscht High Tech: Computer und Internet verbinden mit der weiten Welt, elektrische Energie versorgt uns mit allen Annehmlichkeiten des modernen Lebens.

Dennoch zieht es uns immer wieder hinaus. Ist das Wetter schön, locken die Gipfel rund um den gefrorenen See zu herrlichen Skitouren. Fegt der Sturm über die Hochebene, wird selbst das Bierholen am 30 Minuten entfernten Bahnhof zu einer kleinen Expedition - und das Schneebad nach der Sauna zur Bewährungsprobe...


Die Tage gehen viel zu schnell vorbei, die Nächte werden kürzer und kürzer. Was bleibt, sind einmal mehr Erinnerungen - an eine grandiose Zeit mit guten Leuten, an endlose Abende mit tschechischem Rum und norwegischen Liedern, und vor allem an eine grossartige Landschaft hoch im Norden.





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