mai 15, 2007

Jurasonntag

Einst war der Jura eine Urlandschaft, wie man sie heute nur noch in Lappland findet. Schneefelder bedeckten die langgezogenen Bergkämme, die schroffen Felsen standen schutzlos im rauhen Wind. Auf den Höhen erstreckte sich eine weite Tundra, über die Rentiere zogen, und unten im Tal rauschten mächtige Ströme zwischen Birken und Schotterfeldern. In windgeschützten Höhlen sassen damals Jäger aus dem Süden, die den Sommer im arktischen Mitteleuropa verbrachten.

Heute sind die Höhlen von Buchen und Tannen umgeben. Die wilden Giessbäche haben sich in leise murmelnde Waldwasser verwandelt, frisches Grün leuchtet unter der warmen Frühsommersonne, Bärlauch erfüllt die Luft mit einem würzigen Duft. Mitten im Wald befindet sich ein Einschlag aus dem Mittelalter, Kühe weiden friedlich in der Morgensonne, vor dem Bauernhof sitzen ein paar Einheimische am Schatten, rauchen Stumpen und trinken Bier. Teure Autos vor den alten Bauernhäusern künden von einer neuen Zeit. Eine deutsche Einwandererfamilie sitzt etwas unsicher an einem der Tische, und Papa erklärt dem verunsicherten Sohn, dass er von nun an Gipfeli bestellen muss statt Hörnchen. In der Küche brutzeln derweil die Forellen.

2 commentaires:

Wichtelmeister a dit…

Moin!
Du kennst dich doch bestimmt mit Wandern in Jotunheimen aus oder? Wir überlegen im Juli dort hoch zu fahren und wären über Tips o. ä. sehr dankbar. Hab nirgendwo eine Emailadresse gefunden, daher auf diesem Weg.
Wäre schön wenn du uns ein wenig mit Informationen helfen könntest wenn es die Zeit erlaubt. Danke!
Wichtelmeister (Steffen) deadilm@web.de

Der Wilderer a dit…

Alt klart! Meld mi bei Dir!