août 09, 2007

Unter Wasser

Wild geworden: Die Birs in Laufen

Laufen, heute morgen früh um Neun: Ratlos stehen ein paar Passanten unter ihren Regenschirmen am Bahnhof. Kiosk und Schalter sind geschlossen, die Züge nach Delémont fahren nicht mehr. Im Restaurant Jura sitzen ein paar Gestalten im Dunkeln und trinken Flaschenbier, der Strom ist ausgeschaltet, das Knattern der Motorpumpen hallt durch die gespenstische Kulisse. Im Hintergrund rauscht die Birs. Über Nacht ist das liebliche Flüsslein zu einem reissenden Strom angeschwollen. Die braune Flut wälzt sich tobend über die Stromschnellen, die der Stadt einst den Namen gaben. Immer wieder rammen mächtige Baumstämme die Brücken, ein dumpfes Wummern dringt aus der Tiefe hervor und zeugt von der ungeheuren Wucht der Flut. Alle Flussübergänge sind gesperrt.

Auf der anderen Seite, in der historischen Altstadt, herrscht am Mittag Katastrophenzustand. Einen Meter hoch steht das schlammige Wasser in den Gassen, die Keller laufen voll, die Beizer und Gewerbler werden noch Wochenlang mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Vor dem Kulturzentrum stehen ein paar Autos fast bis zum Dach in einem trüben See. Am Abend folgt am TV die Bilanz: Mehrere Millionen Franken Sachschaden, vor allem aber die Ohnmacht und Angst der Einwohner. Denn jetzt ist klar: Trotz all der Verbauungen der letzten zwanzig Jahre ist man am Wasser nie wirklich sicher...

Lichter aus: Geisterstimmung in der Gewerbezone


2 commentaires:

T.M. a dit…

Die oberen Bilder sind in der Tat beeindruckend. Bilder aus Bern.

Der Wilderer a dit…

....der Tag danach: Das Wasser ist abgelaufen, die historische Altstadt immer noch komplett verwüstet. Unser Quartier war zum Glück nicht betroffen, unsere Stammkneipen werden aber so schnell nicht wieder aufmachen.Einen Eindruck von der Situation hier gibt diese SF-Fernsehreportage. Nach dem Staunen über die Urgewalt der Birs kommt nun die Betroffenheit über den angerichteten Schaden...