mars 12, 2008

Wo das Land aufhört...

Es ist eine Landschaft auf Zeit, die sich ganz im Norden des Kontinents auftut. Inseln tauchen irgendwann aus dem Ozean auf, geschaffen von Wind und Wellen, ganz aus Sand und Schlamm, und verschwinden früher oder später wieder in der grauen Flut. Die immer kommt und geht, den Moränengrund der verschwundenen Gletscher in einen Mantel aus Schlick und Modder hüllt, an den Dünen frisst. Den wenigen Menschen, die sich diese Welt am Rande zur Heimat gemacht haben alles gibt. Und bisweilen alles wieder nimmt...


Das Meer. Unendlich weit vor uns, immer gleich und immer anders. Wasser, Wind und Licht. Wie auf den unendlichen Eisflächen der nordischen Gebirge - und doch ganz anders. Denn das Meer ist nicht nur Weite und Endlosigkeit, sondern auch Leben. Ein weisser Schaum am Strand erinnert an den Reichtum der Welt da draussen - es ist von Wellen schaumig geschlagenes Protein. Der Stoff, aus dem alles Leben ist....


Wir wandern stundenlang durch Watt und Dünen. Ich schaue und staune. Über die unendliche Weite über den Wellen - und die kleinen Wunderwerke am Strand. Seetang. Muscheln. Holz von irgendwoher. Flüchtige Formen im Sand. Geniesse den Wind im Gesicht, das Rauschen im Ohr. Die Wärme der Sonne in den Senken hinter den Dünen. Und dass sie mir das alles zeigt.


Man könnte sich vergessen hier, in diesem überwältigenden Zusammenspiel von Himmel, Land und Meer. Das fast schon zu gross ist für einen aus dem engen Tal. Es wäre gefährlich. Als wir nach einem Marsch durch die Dünen ans Meer zurückkehren, hat bereits die Flut eingesetzt. Unmerklich und doch beängstigend schnell kehrt das Wasser zurück. Ich bin froh um meine Führerin. Und fast ein bisschen traurig, dass ich morgen schon weg muss vom Meer. Ich könnte hier noch lange bleiben....


©pic.6: stephanie b.

5 commentaires:

Wichtelmeister a dit…

Tja, dem Modder entkommt keiner. :-) Ein Wort aus meiner Heimat, grandios es hier zu lesen.

hatebreeder a dit…

Ja, ein schönes Wort.
Es ist schon eine besondere Landschaft, die besondere Menschen hervorbringt. Ist den Küstenbewohnern doch immer bewusst, dass ein einziger Sturm binnen Minuten ihnen alles nehmen kann.

Hoshi a dit…

Da bekomme ich wieder Lust mich im Sommer in den Priel fallen zu lassen und salzige Luft zu schnuppern. Wo wurden die wunderschönen Aufnahmen gemacht?

Wichtelmeister a dit…

Der Wilderer, das neue Gesicht der Jever Werbung! :-))

Der Wilderer a dit…

Modder, das hab ich da zum ersten Mal gehört. Werd ich nie vergessen. Jever - brauch ich eh jetzt. Viel, Jever. Sonst wird man hier im Waldland ja noch sentimentaler als man eh schon ist....