avril 08, 2008

Finse III

Vom Frost in die Kälte - für eine Vorlesung im Finse Research Center fliege ich Anfang April von Longyearbyen nach Bergen. Dort herrscht Frühling, erster Grün das spriesst, der Geruch von Wald im Wind, Vogelsang. Es dauert nur ein paar Stunden und einen Caffe Latte im Freien, bevor wieder das vertraute Weiss überhand nimmt. Oben in Finse, 1222 m über dem Sognefjord, herrscht noch tiefster Winter. Eiszapfen hängen vom Berghotel, ein stürmischer Wind treibt Schneeruten über die Gleise. Und doch - verglichen mit den -30°, welche die letzten Wochen über auf Spitzbergen herrschten, kommt einem das Winterwetter hier fast mild vor. Allein ziehe ich die Felle auf die Ski und marschiere durch das Schneetreiben. Finse - früher ein kühner Traum, heute ein Ort, an dem Erinnerungen hängen. Die Abende mit Liedern und Bier. Die Stimmung beim Frühstück, wenn es draussen hudelt. Der Geruch von Holz in der Sauna.



Vodka. Foto: Rokas Kubilius.

Als ich ankomme, ist es wie letztes Jahr: Von der Station ist nur das Dach zu sehen. Eine in den Schnee gegrabene Treppe führt hinunter. Und da, in dieser wohligen Höhle unter dem Schnee, sind sie alle - die Freunde aus den beiden unvergesslichen Ökologiekurse. Am Tisch wartet wieder einmal ein international Diner: Selbstgeräuchertes aus Litauen, Crevetten aus der norwegischen See, deftiges aus deutschen Landen.

Reker. Foto: Katrine Kongshavn

An den nächsten zwei Tagen ist der Himmel blau. Hier, fast 2000 Kilometer südlich von Svalbard, hat die Sonne im April bereits wieder Kraft. Ich mache ein paar Skitouren. Die Jacke kann ich beim Aufstieg ausziehen, auf dem Gipfel ist Zeit für ein kühles Hansa an der Frühlingssonne.

Dann ist auch schon wieder die Zeit des Abschieds gekommen. Nach einem letzen gemütlichen Abend muss ich um Mitternacht hinaus. Mutterseelenallein ziehe ich im Mondschein in Richtung Bahnhof. Um eins kommt der Zug aus Bergen. Er bringt mich an den Bahnhof in Oslo - von dort geht es zurück in die Arktis.

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