août 10, 2008

Back in LYR

Seit Freitag bin ich wieder in Longyearbyen, Spitzbergen, hoch oben am 78. Breitengrad. Als ich LYR im Mai verlassen hatte, war die Insel noch eine weisse Märchenlandschaft. Sonne, Schnee, blauer Himmel und eisige Kälte. Nun ist der Sommer eingekehrt. Am Flughafen erwartet mich Nieselregen, Nebel verhüllt die Gipfel, die Berge sind braun. In Nybyen stehen die Snowscooter nutzlos herum, dazwischen alte Benzinkanister und Holzpaletten. Die Abwasserleitungen führen neben den Baracken dabei - hier im Permafrost müssen sie oberirdisch verlgegt werden.

"Der Sommer ist die härteste Zeit hier oben", meint ein Logistiker des Norwegischen Polarinstituts Abends beim Bier. Er kommt aus Deutschland, ist seit drei Jahren hier, auch an Weihnachten, wenn die "Evacuation Flights" den grössten Teil der Einwohner nach Süden verfrachten, und an Neujahr, wenn er mit alten Leuchtraketen der Armee das ganze Tal für ein paar Minuten hell erleuchtet. Das Schlafzimmerfenster hat er mit Brettern vernagelt - so schläft es sich besser im monatelangen Polartag.....

Als ich heute morgen aus dem Fenster blicke, leuchtet das Hjorthfellet hell weiss. Es hat geschneit in der "Nacht". Vom Dach der Barracke tropft Schmelzwasser. Sommer in Longyearbyen. Morgen soll es auf einen kleinen Trip hinaus in die Wildnis gehen. Wir haben alles. Proviant, Gewehre, Munition, Trip-Wires und Signalpatronen, ein Zelt das etwas aushält. An eines habe ich nicht gedacht: Spiritus, unverzichtbarer Brennstoff für meinen Kocher, ist in Longyearbyen kaum erhältlich. In der ehemaligen Grubenarbeitersiedlung darf der Industriealkohol nur an der einzigen Tankstelle verkauft werden. Und die öffnet erst morgen wieder. Bis dahin heisst es abwarten und aus dem Fenster kucken. Die beiden Bilder zeigen den Blick von meinem Schreibtisch.

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