juin 21, 2009

Wellen, Sand und Kirschenbier


Ein rauher Wind weht am Abend über den Bielersee, die Wellen gehen hoch, schlagen an den Sandstrand, streichen sanft über Steine und die Hälse der zum Kühlen vergrabenen Flaschen, fast bis bis zum Feuer, wo wir Fische braten und um ein Fässlein mit köstlichem roten Bier aus Baselbieter Kirschen sitzen. Es ist die kürzeste Nacht des Jahres, Johannis, Midsommar, Jonsok – und die feiern wir draussen in der Natur, dort wo das grüne Walddickicht der Petersinsel abtaucht in den grossen, milden See. 





Die Nacht ist kurz, wir machen sie noch kürzer, schwimmen im Mondlicht hinaus in die Wellen, kauern uns ums Feuer, als es doch kalt wird, zapfen immer wieder vom fruchtig-herben Kirschentrunk. Am anderen Tag steht die Sonne gross am Himmel, die Hitze des Burgunds ist zurückgekehrt ins Seeland, brennt auf den See und zurück auf die kalkigen Jurahänge und ihren Wein, der diesen südlichen Sommer speichert, um dem Volk im den rauhen Winternächten das Herz zu wärmen, zusammen mit Lauch und Wurst und Speck. 







Wir bleiben noch lange im Schatten der Bäume, steigen ins Wasser, wandern dem Schilf entlang, die Füsse im Sand, den Kopf im gleissenden Licht. Es ist, als würde der Tag nie vorübergehen, als habe die Zeit für ein Weilchen ausgesetzt, sich selbst in den Schatten gelegt und im Rauschen der Wellen alles vergessen. 


Genau so soll es immer wieder sein, wenn im nächsten und im übernächsten Jahr die Sonne am höchsten steht. 


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