novembre 17, 2009

Objective


 FOTO JASON GULLEY

"From time to time, adventurous researchers have made descents of moulins when the water level is low, such as in winter. The hazards of this questionable practice are made clear in this quotation from Holmlund and Hooke (1983): "While one of us was down in a moulin measuring it's geometry, two loud cracks were heard. Almost immediately, the water level in the moulin began to rise..."
DOUG BENN, 1998.
Glaziologie ist eine alte Wissenschaft. Seit Jahrzehnten werden Gletscher vermessen, Massenzuwachs und - verlust bilanziert, die hydrologischen Eigenschaften mit Färbeversuchen erforscht, ihr Inneres mit geophysikalischen Methoden durchleuchtet. Und ihr Eigenleben mit viel Theorie erklärt und modelliert. Ins Innere der Giganten hatten sich nur wenige vorgewagt: Höhlenforschung in Gletschern, das war eine Sache für Hasardeure, faszinierend  zwar, aber wissenschaftlich wenig wertvoll, und echten Glaziologen suspekt. Die Zeiten ändern sich. Mittlerweile sind Höhlen in der Arktis, in Alaska und Nepal kartiert, und auf dem arktischen Archipel Spitzbergen wird daran gearbeitet, das Innere von Gletschern mithilfe von speläoligischen Methoden zu kartieren:

3-D mapping of Svalbard glacier caves

Ich habe das Privileg, dabei zu sein. Unser Studienobjekt ist der Rieperbreen, ein typischer hocharktischer Gletscher: Das Eis am Bett festgefroren, die Fliessbewegung langsam, ein Entwässerungssystem, das aus Schmelzwassercanyons an der Oberfläche hervorgegangen ist, die sich bis zum Bett des Gletschers hindurchgefressen haben und die mittlerweile vom langsam fliessenden Eis überdeckt sind. Unsere Arbeit: Die Höhle im Herbst, im Frühling und im darauffolgenden Herbst zu kartieren, das Entwässerungssystem während des Sommers mit Abflussmessungen und Färbeversuchen zu analysieren, und mithilfe von geophysikalischen Methoden weitere Aufschlüsse über die Höhlen im Innern des Gletschers zu gewinnen. 

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