décembre 21, 2009

Milch u Chääs und Brood

So will es die Tradition: In der längsten Nacht des Jahres hält man inne, hört früh auf mit der Arbeit, sitzt beim Schein einer flackernden Flamme zusammen und isst Milch und Brot, Nidel und gebratenen Käse. Es ist die Nacht der Toten, die der Sage nach zwischen elf Uhr und Mitternacht durch das Tal ziehen, die Lebenden besuchen und die Reste von ihren Tischen essen. Es ist deshalb auch eine Nacht des Erinnerns, an all jene Generationen, die in Schnee und Regen und Rauch von Milch und Brot und Käse lebten. Es ist eine sinnliche Sache. Die Fülle der Milch, wenn man sie in das blitzende Metall der Pfanne giesst, der schwere Duft des Käses, der mit einem grossen Messer abgestrichen wird, das Holz des geschnitztenHakenlöffels, mit dem man Milch und Brot aus dem hölzernen Muttli zum Mund führt.

Dieses Jahr waren wir wieder vereint, draussen machte das Weihnachtstauwetter dem Schnee der letzten Tage ein Ende, wir hatten es gemütlich, ein Cheli durfte nicht fehlen. Es gab traurigere Heilige Nächte, allein, mit niemandem der die Tradition teilen wollte - ausser einem sehr guten Freund, der mit Racletteofen und einem Trunk auf seinen Feldern Zuflucht bot und dem ich dafür dankbar bin.

Ich werde dieses Fest wohl noch an vielen Orten feiern, unter ganz anderen Umständen. Eines wird sich aber nie ändern: Milch, Bergkäse und Brot, früh ins Bett, und der Rest auf dem Tisch für die Ahnen, die in diesen Nächten umherziehen und ihre Nachkommen heimsuchen - wo immer sie auch sind.

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