janvier 29, 2010

Kein Flugwetter

Landen unmöglich: Piste des Flughafens Longyearbyen am 27. Januar.

Spitzbergen ist einfach zu erreichen heute. Man bucht einen Flug, zahlt ein paar hundert Franken, und schon ist man mitten in jenem Archipel, das bis vor wenigen Jahrzehnten nur über eine lange Schiffsreise erreichbar war. Das geht fast immer, doch manchmal meldet sich die Natur mit aller Kraft zurück. Vorzugsweise dann, wenn ich mit 50 Kilo Gepäck unterwegs bin.

Bis nach Tromsø verläuft alles normal. Mit dem Zug nach Genf, dann nach Oslo, Zoll, weiter nach Lappland. Ein Bier in einer kruden Bar in Tromsø, Übernachtung im Hotel, dann wieder zum Flughafen - und dann weiter nach Longyearbyen. Doch daraus wird nichts. Bereits am Morgen fegt ein milder, aber stürmischer Wind durch die Stadt, die Wellen gehen hoch. Am Kiosk hängen Boulevardzeitungen aus, die vor dem schlimmsten Sturm seit Jahren warnen.

Derweil hat in Longyearbyen Tauwetter geherrscht. Eisregen, die Piste eine einzige Schlittschuhbahn. Bereits am Vorabend hat das Postflugzeug havariert, nun geht man auf Nummer sicher. Und statt nach Longyearbyen fliege ich zurück nach Oslo: In Tromsø sind bereits sämtliche Hotellbetten von blockierten Gästen besetzt.Zwei Tage sitze ich am Flughafen Gardermoen fest, wo es kälter ist als in Svalbard: -12°, Schnee auf den dekorativen Tannenbäumen vor dem SAS Radisson, in das mich die Fluggesellschaft einquartiert hat. Informationen gibt es nur auf Nachfrage, dafür ist alles bezahlt: Ich lasse mir das Lammcarré gerne schmecken, komme mir mit meinem Expeditionsgepäck und den Bergschuhen aber doch etwas seltsam vor in einem Hotel, wo alle irgendwie nach Business riechen, und wenn sie nur den betrunkenen Norwegerinnen an der Bar (es läuft BB King) hinterher sind. 

Zwei Tage und mehrere Kämpfe mit den adrett uniformierten Damen an den Schaltern ("the flight is fully booked, you're not on the list") später geht der Flug dann doch. Dass es wirklich klappt, glaube ich erst, als ich aus dem Flieger steige. Und mich wundere wie warm es hier oben ist. Svalbard erlebt den wärmsten Winter seit Jahrzehnten.


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