février 28, 2010

Radar

Ende Februar ist es endlich hell genug, mit der Feldarbeit zu beginnen. Den Eingang zur Gletscherhöhle im Rieperbreen haben wir mittlerweile gefunden und freigeschaufelt, und obwohl sich am Eingang der Höhle viel Wassereis gebildet hat, scheint der Weg zum Gletscherbett nach wie vor frei zu sein. Zum kartieren ist es aber noch zu früh: Wir wollen die zweite Vermessung der Höhle erst am Ende des Winters vornehmen, um aufzuzeigen, ob und wie sehr sich der vom Gletscherbach aus dem Eis geschmolzene Gang durch den Gletscher über den gesamten Winter verändert, wenn kein Wasser durch die Höhle fliesst und sich diese - gemäss der klassischen Theorie - unter dem Druck des Eises verformen sollte. Vorerst blicken wir mit einer anderen Methoden in den Untergrund: Radar.



Das ganze Equipment mit Ski durch das langgezogene Bolterdalen zu schleppen und die Antennen auf einem Schlitten hinter sich herzuziehen, wäre eine mühselige Arbeit. Für einmal setzen wir deshalb auf Snowscooter, deren Einsatz im Bolterdalen ab dem ersten März verboten ist. Ganz einfach ist der Auftrag auch so nicht: Die Fahrt durch die Moräne, durch Tiefschnee und über vereiste Flächen, ist schwierig. 

Die Scooter brauchen wir auch bei der eigentlichen Feldarbeit: Ein Motorschlitten zieht die Antennen langsam hinter sich her, der Passagier auf dem Rücksicht hält die Konsole in beiden Händen und kann während der Fahrt beobachten, wie langsam ein Profil durch das Innere des Gletschers zustandekommt. Ein erster Blick auf die Profile ist vielversprechend, doch noch haben die Daten wenig Aussagekraft: Sie müssen nun am Computer ausgewertet werden - erst danach können wir eine erste Interpretation wagen. Ich verschwinde deshalb für die nächsten Wochen im Computerlab.


28.02.2010

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