avril 05, 2010

Unter Tage



Nach den wundervollen Tagen in der kalten Frühlingssonne Spitzbergens ruft wieder die Arbeit - und die findet nicht auf sonnigen Gipfeln statt, sondern tief unten in den Schrunden des Gletschers. Tag für Tag geht es nun mit Snowscootern hinauf auf den Rieperbreen, wo wir uns, wie schon im letzten Herbst, in einen Schmelzwasserkanal abseilen, um an das steinige Bett des Gletschers vorzustossen. Der Zugang ist etwas mühsamer geworden: Wiedergefrorenes Schmelzwasser hat einige Passagen verengt, und die Anfahrt mit dem Scooter ist zwar bequem – aber nur dann, wenn die Maschine nicht im Pulverschnee versinkt und mühsam ausgegraben werden muss. 





Zu kartieren gibt es jetzt im Frühling nicht mehr viel, die ersten Begehungen zeigen, dass sich seit dem letzten Herbst kaum etwas verändert hat. Dafür ist nun harte Handarbeit angesagt: Drei teure Messgeräte werden im subglazialen Kanal installiert. Sie sollen den Sommer über aufzeichnen, wieviel Wasser durch die Höhle rauscht und ob es sich oberhalb der Engstellen staut. Damit die teuren Apparate – einer kostet rund 2500 Dollar – nicht verloren gehen, müssen sie mit Kletterhaken an grossen Felsbrocken befestigt werden. Gebohrt werden die Löcher mit Hammer und Handbohrer, eine mühsame Arbeit, vorallem wenn man kaum aufrecht sitzen kann und dabei ständig aufpassen muss, nicht mit einem Schuh durch das dünne Eis über dem immer noch vorhandenen Sickerwasser zu brechen. 



FOTOS: S. Sutter; A. Banwell

Es sind intensive Tage da unten - als wir die Höhle zum letzten Mal verlassen, bleibt ein nervöses Gefühl: Nun können wir nur hoffen, dass die Installationen bis zum nächsten Herbst halten.


05.04.2010


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