mai 08, 2010

An die Küste


Es ist Mai, und langsam wird es auf Spitzbergen Frühling. Der Schnee im Tal ist schwer und nass, in den Felsen hört man das Kreischen der Seevögel, die wieder zurück sind. Mit dem Scooter fahren wir nach Bjørndalen, wo uns eine kleine Studentenhütte zur Verfügung steht. Die Fahrt wird zum Abenteuer: Mitten in der taghellen Nacht steuert Max die Maschine durch das Flussbett, bereits nach ein paar hundert Metern stehen wir bis zu den Knien in Schneematsch und Eiswasser und versuchen, den Scooter aus dem nasskalten Morast zu stemmen. Es soll nicht das einzige Mal bleiben - in den Vertiefungen haben sich regelrechte Seen gebildet. Völlig durchnässt erreichen wir schliesslich doch noch die Hütte nahe der Steilküste des Fuglefjellet.



Die Schuhe sind noch am anderen Tag nass - doch das spielt jetzt keine Rolle mehr, denn für hiesige Verhältnisse ist es nicht kalt. Und so streifen wir gemütlich der Küste entlang und geniessen das arktische Wildlife: Belugawale tauchen unten im Meer, Vögel bauen in den steilen Felsen ihre Nester, und der Polarfuchs streicht umher und hofft, dass bei all dem Leben etwas für ihn abfällt.


08.05.2010

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