mai 25, 2010

Tragen und Graben


Ende Mai beginnt endlich wieder das Fieldwork auf dem Rieperbreen. Noch liegt im Bolterdalen viel nasser Schnee, und wir sind mit Ski und Schneeschuhen unterwegs. Doch die Sonne steht hoch, und schon bald sind wir nacktem Oberkörper unterwegs. Denn bevor wir mit der eigentlichen Feldarbeit beginnen können, ist schweisstreibende Vorbereitung angesagt. Der Fluorometer muss ins Feld geschleppt werden, dazu Schläuche, eine Pumpe und Autobatterien, die das teure Gerät den Sommer über mit genügend Strom versorgen sollen.






Auf dem Gletscher ist erst einmal graben angesagt: Noch liegen über unserer Gletschermühle rund zwei Meter nasser, schwerer Schnee. Mit der Lawinensonde versuchen wir herauszufinden, wo der Schmelzwasserkanal des letzten Jahres verläuft. Schliesslich wird die Mühle ausgegraben – am Seil. Denn was man sonst vermeiden will, ist jetzt das Ziel: Ein ordentlicher Spaltensturz. Nach langem Graben im Schacht über der Mühle ist es endlich soweit: Der Schnee unter meinen Füssen rutscht weg, ich hänge im Seil. Tief unter mir höre ich Wasser rauschen. Das Dye Tracing kann beginnen.


Der Rest ist Genuss. In der strahlenden Sonne durch das Bolterdalen wandern, sich blenden lassen von dem grossen Licht, den salzigen Schweiss von den Lippen lecken – und sich auf das grosse Weizenbier freuen, dass wir uns zur Belohnung gönnen werden. Fast wie auf einer der letzten Frühsommertouren daheim in den Alpen.




25.05.2010

Aucun commentaire: