juillet 04, 2010

Der Gletscher öffnet sich


Es ist soweit: Auf dem unteren Teil der Gletscherzunge ist der Schnee fast vollständig abgeschmolzen. Die Schmelzwasserkanäle sind nun klar erkennbar und haben bereits begonnen, sich einzutiefen. Beim injizieren des Rhodamins ist nun Vorsicht geboten: Zwar sind es nur kleine Bäche, die durch die glatten Eiskanäle schiessen. Doch wer am falschen Ort hineinrutscht, ist schnell einmal unten in der Gletschermühle – und damit verloren.




Auch am Gletschertor tut sich etwas. In den letzten Tagen war das Wasser hier durch Schnee und Geröll emporgebrodelt, nun ist das Tor frei und der Gletscherbach quillt rauschend und dreckig unter dem Eis hervor. Das Rhodamin erreicht unsere Station schneller, die Tage im Feld werden kurz. Von nun an können wir es ruhig nehmen – es ist davon auszugehen, dass sich die Situation am Rieperbreen bis im Frühherbst nur noch wenig verändern wird.



Ein makaberes Stück Glazialmorphologie auf der ausgeaperten Zunge: Ein totes Rentier bildet eine Art Gletschertisch.



04.07.2010
deep north

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