juillet 27, 2010

Schwierigkeiten...

Gefärbtes Wasser vor dem Sturz in die Gletschermoräne. Die Murgangablagerungen links im Bild zwingen das Wasser aus dem verschütteten Kanal. 

Nach einem vergleichsweise ruhigen Monat sind wir am Rieper plötzlich in Schwierigkeiten: Nach ein paar Tagen mit Regenwetter hat sich in der Seitenmoräne nördlich des Gletschers ein Murgang gelöst. Dort liegen grosse Massen lockeren Gerölls über Toteis, die sich in Bewegung setzen, sobald sie mit Wasser gesättigt sind. In unserem Fall haben sie eine kleine Messtation im Schmelzwasserkanal auf dem Gletscher verschüttet und das teure Gerät mitgerissen und verschüttet. Ausserdem zwingen die Geröllmassen das Wasser in einen anderen Lauf. Schon jetzt fliesst nur noch ein Teil des Wassers in die Gletschermühle, in welche wir seit dem Juni injizieren.


Das gefärbte Schmelzwasser erreicht die Mühle nun in zahlreichen separaten Bächlein. 

Es könnte sogar noch schlimmer kommen. Hält die Murgangaktivität an, könnte sich das Wasser einen völlig neuen Weg suchen und in jene Mühle stürzen, welche wir im Winter als Eingang zur Höhle am Bett des Gletschers benutzen. Schneidet sich ein Kanal in diesen Schrund ein, könnte zumindest ein Teil des Materials der Mure in die Höhle gelangen – und uns den Zugang erschweren. Nun, man wird sehen...

Die Gletschermühle am Rieperbreen. Die Mäander im Eis zeigen, dass sie sich aus einem oberirdischen Kanals gebildet hat. 
Fotos: Maria Temminghoff. 



27.07.2010
deep north

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