août 05, 2010

Rieperbreen

Hochsommer auf dem Rieperbreen.

Monatelang ändert sich kaum etwas auf dem Rieperbreen. Der Gletscher schläft, tief begraben unter meterhohem Schnee. Doch in den kurzen Sommermonaten erwacht die Landschaft zum Leben. Nein, Blumen blühen hier oben keine, und Tiere sind kaum zu sehen. Was hier zum Leben erwacht, sind die Kräfte des Wassers, des Eises, der Felsen. Woche für Woche fahren neue Murgänge ins Tal. Das Schmelzwasser hat die Moränenhänge durchtränkt, das Toteis darunter bietet wenig halt. Auf dem Gletscher fressen sich Schmelzwasserkanäle in den riesigen Eiskörper, in den Höhlen donnern schmutzig-braune Bäche dem Gletschertor entgegen, und das Geröll von den Hängen füllt die alten Gletschermühlen auf und zwingt das Wasser, neue Wege zum Bett zu finden. 


Die Arbeit im Feld ist immer die gleiche. Schwer beladen geht es durch das Bolterdalen, über die Moräne, durch den reissenden Gletscherbach und dann zu unserer kleinen Messtation, die wir jedesmal wieder aufbauen müssen - das Risiko, dass ein Eisbär die Geräte zerstört, ist zwar gering, das Material aber zu teuer, um es zu riskieren. Spannend werden erst die Exkursionen auf dem Gletscher: Das Gelände ändert sich von Woche zu Woche. Es ist faszinierend zu sehen, welche Dynamik sich hier entfaltet, wenn die Temperaturen für zwei Monate deutlich über die Nullgradgrenze klettert. Hier ein paar Auszüge aus unserer Dokumentation:

Blockierte Gletschermühle am Eisrand. Das Wasser hat sich aufgestaut. 


Da der Weg zum subglazialen Kanal versperrt ist, steigt der Wasserdruck im Eis. Unweit der blockierten Höhle finden wir einen kleinen Springbrunnen. 






Schmelzwasserkanäle auf dem Gletscher. Sie fressen sich Tag für Tag tiefer ins Eis, während die Eisfläche ringsherum abtaut. 

Das Gletschertor ist kollabiert. Noch vor einer Woche hätte man hier hineinkriechen können. 


05.08.2010


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