novembre 23, 2010

Grenzberge


Zurück in der Schweiz. Oder doch nicht wirklich – denn so richtig beginnt die Schweiz erst ennet dem Jura, wo man die Alpen sieht und die Bernerfahnen wehen. Zurück im Jura also, jenem dünn besiedelten Grenzgebirge, seit Jahrhunderten Heimat von Aussteigern und Revoluzern, Waldbauern und Schnapsbrennern, Schmugglern und Erzschürfern. Wald überall, dazwischen kleine Weiden und Dörfer, in denen es im Winter nach Rauch riecht, mit Häusern mit dicken Mauern aus Kalkstein und kleinen Fenstern, aus denen dem einsamen Nachtwanderer misstrauische Blicke entgegenschlagen. Kleinen Kneipen, in denen Einheimische beim Schnaps erzählen, wie sie der Polizei wieder einmal ein Schnippchen geschlagen haben. Überwucherte Ruinen, die von einer grausamen Geschichte künden. Und darunter ein Labyrinth an Höhlen, in denen, so wollen es die Sagen dieser einst bitterarmen Täler, unermessliche Schätze lagern: Verborgene Beuten hingerichteter Räuber, Blutgold längst gestürzter Vögte, bewacht von gespenstischen Schlangen, verfluchten Jungfrauen und büssenden Seelen. 

Dies ist nicht die Arktis. Eine grosse Landschaft ist es dennoch: Durchdrungen von einer reichen Natur und all den Geheimnissen, die in einer Landschaft wachsen, wenn Menschen nur lange genug darin leben.  

Aucun commentaire: