novembre 12, 2010

Schluss



Die letzten Tage in Svalbard sind hart. Draussen ist es mittlerweile völlig finster geworden, nur über Mittag meint man eine bläuchliche Färbung im ansonsten ewig schwarzen Nachthimmel zu erkennen. Die Berge sind hinter einer Decke aus Schneetreiben und Finsternis verschwunden. Das Leben findet drinnen statt. Daten müssen aufbereitet und Computerprobleme behoben werden, eine Posterpräsentation in der Schweiz steht an. Ich verliere jedes Zeitgefühl, bin nur noch selten in meiner Kabause oben in Nybyen. Arbeiten morgens um fünf, Schlafen auf der Couch im Office nebenan, dann, wenn eigentlich Tag wäre, dazwischen ab und zu a couple of beers in der Bar, um runterzukommen, Leute zu sehen. Die Zeit rennt davon, an ein Abschiednehmen ist kaum zu denken. Vielleicht ist das auch gut so, es bleibt wenig Zeit für Melancholie. Sie beschränkt sich auf die stillen Zigarettenpausen im Schneetreiben, vor einem die Nacht, dahinter das warme, einladende Licht der Unis, die längst zum Zuhause geworden ist...



Noch am Morgen vor dem Abflug bringe ich mein Hab und Gut auf die Post, lasse es in die Schweiz finden. 36 schlaflose Stunden später werde ich dort ankommen. Endloses Warten in Oslo. Endloses Warten in Kopenhagen. 

Nur einen Tag später sitze ich in Delémont am Bahnhof bei einem Kaffee und blinzle in die Herbstonne. Auf dem Weg an ein Meeting in Fribourg, wo ich das Poster präsentiere, dass ich zwei Tage zuvor an der Unis ausgedruckt hatte. Die Präsentation wird ein Erfolg, das Echo ist gross, ich gewinne einen Preis. Spätabends in einer Fribourger Studentenbeiz habe ich Zeit zu begreifen, dass ich zurück bin. Es gelingt mir nicht wirklich. 


21.11.2010


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