décembre 21, 2010

Heilegi Nachd


Und wieder zieht der vertraute schwere Duft durch die Kaubause. Käse brutzelt an der Hitze, heisse Milch und Brot dampfen im handgearbeiteten Muttli. Es ist die längste Nacht des Jahres, und wir sitzen zusammen bei einem Mahl, das fast nur aus Milch besteht. Zum Schluss ein Kaffee mit Schnaps, und Sagen aus den Bergen. Von ungläubigen Thomassen aus dem Unterland, die ob dem Wimmern aus den Tiefen der Klüfte des Grenzgletschers dann doch das Fürchten lernten, von Bergführern, die früh am Morgen und in aller dunklen Nacht auf gespenstische Seilschaften trafen. 

So muss das sein, denn heute ist die längste Nacht des Jahres. Und früher waren sie, dort in dem Land aus Wald und Granit und Gletscher, felsenfest überzeugt, dass in ebendieser Nacht die Toten zurück zu den Lebenden kämen. Um Elf.

Wir glauben es vielleicht nicht so sehr wie die Alten, die in ihren Hütten noch das Kratzen der genagelten Schuhe und das Gemurmel des Nachtvolks hörten. Aber wir glauben es eben auch nicht nicht. Und so sind wir um elf schon lange im Bett, das Fenster ein Spalt offen, das Essen noch auf dem Tisch, ein guter Schnaps und Tabak auch. Und träumen – wie immer in dieser Nacht – die allerseltsamsten Träume...

Aucun commentaire: