décembre 06, 2010

Weisses Schwarzbubenland


Winter in der Alemannia. Der Schnee ist so anders. Nicht hart, nicht kalt, nicht vom Wind zerdrückt zu dieser Zuckerbäckerei, auf der wir noch vor ein paar Wochen in der baumlosen Arktis auf Skien unterwegs waren. Dafür warm und weich und sanft, pulvrig, wie ein weisses Nichts, über den Weiden und Wäldern des Schlossguts. Über einer Landschaft die gepflegt ist wie ein Garten, von hundert  Generationen Bauernhänden. Und darüber die Burg, die deren Nachkommen jetzt mit ihren Steuergeldern und viel Beton vor dem Verfall bewahrt haben. Wo doch jeder weiss, der an einem stillen Weihnachtstag durch diese glitzernde Romantik gezogen ist, dass dort einst das Böse sass: Deutsche Ritter, auf feurigen Rossen, mit schnellen Klingen, in teuren Mänteln,  durch das armselige Korn der Bauern reitend auf der Jagd nach noch einem Hasen oder Fuchs. Und den Schaden dann einforderten als Steuer und jene die nicht zahlten in finstere Verliese warfen. Bis dann diese anderen Bauern kamen, die aus den Bergen, die mit den Hellebarden und den Tierhäuten am Leib, und dem Stier und dem Adler im Wappen, und den Kaiser  hinauswarfen in sein faulendes Reich. 

Spaziergangsgedanken, Mittelalterromantik. Und doch scheint es wahr, in dieser Märchenwelt im Schnee, unter der Burg.

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