mars 15, 2011

Hinauf, Hinaus!

FOTOS: René Brodbeck

Es will wieder Frühling werden im Schwarzbubenland, und die Leute hier im alten Keltenwald tun, was sie immer schon taten um diese Jahreszeit. Und so leuchtet auch an diesem Sonnabend, zum Beginn der alten Fastenzeit, ein feuriges Licht durch das Geäst auf der Burgholle. 



Das ganze Dorf ist da, von den Gemeindeoberen bis zu den Chindsgi-Knöpfen, von den Jungmännern, die vor der Aushebung in wochenlanger Arbeit den Holzstoss aufgeschichtet hatten, bis zur Gugge, die bis am letzten Mittwoch in farbigen Kostümen durch Konfetti-Regen und Weissweindunst gezogen war. 




So richtig fasnächtlich geht es aber nicht mehr zu und her, auch wenn die Gugge nach Kräften schränzt und paukt. Dieser Brauch ist älter, besinnlicher. Viereckige Holzscheiben werden an langen Ruten in die Nacht hinaus getrieben, fliegen hoch über dem Wald, fast bis ins Dorf hinein. Bis spät in die Nacht hört man das stumpfe Knallen, immer wenn noch ein Schiibli auf der einfachen Holzrampe aufschlägt, um sich wirbelnd und funkensprühend in den Nachthimmel hinaufzuschrauben. Hinauf! Hinaus! Es muss doch Frühling werden. 




Irgendwann verstummen die Schläge, die Letzten ziehen heim ins Dorf. Nun ist nur noch das Knistern der Glut zu hören, ab und zu das Knacken eines klobigen Stammes, der langsam in der Hitze vergeht.



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