décembre 22, 2011

Licentiatus Igitur


Der kürzeste Tag des Jahres, und ich nicht im Wald, sondern mitten in der grossen Stadt am Rhein. Es ist regnerisch und windig, ich stehe vor dem Löwenzorn, einer alten Studentenkneipe unweit der Universität. Der ältesten der Schweiz. Und gehöre da nun irgendwie dazu. Lange hatte es gedauert, bis die Daten aus dem Rieperbreen endlich Sinn ergaben, endlos lange, bis meine Arbeit zu Ende geschrieben war. Und eine schiere Ewigkeit, bis ich endlich zu den Prüfungen antreten durfte, über die klimatische Dynamik von Eisschilden, über Polarökologie in Arktis und Antarktis, über Siedlungsmuster im Alpenraum, Unterschiede zwischen borealen und tropischen Urwäldern, Stadtentwicklungskonzepte, Schadstoffzyklen, Konzeptionen von Natur und Kultur, Hydrologie im Allgemeinen und Geomorphodynamik, das heisst, Naturgefahren, im Besonderen. What not. 

Nun stehe ich da, das Diplom in der Tasche, die Familie drinnen am warten und prosten, das Steak wahrscheinlich schon auf dem Teller. 

Wo geht es nun hin? In die Wissenschaft, in die Alpen vielleicht? Oder doch wieder hinaus, nach Grönland, als Lehrer oder Hilfsarbeiter, Hauptsache immer weiter, immer weiter fort? Oder endlich in den sicheren Hafen, zu einer ordentlichen Arbeit, einem bescheidenen Glück im Alemannenland? Oder droht nun am Ende gar die grosse Leere?

Gedanken für später. Drinnen singen die Verbindungsherren, und zum Fleisch gibt es noch einen grossen Krug. 

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