janvier 22, 2012

Der Weihnachtskeiler

Es sind diese seltsamen Zeiten, wenn auf den Erfolg die Ungewissheit folgt. Wie weiter? Wohin? Zeiten, in denen es gut tut, sich zu Besinnen, auf sein Herkommen, auf das, was man getan hat und kann, auf seine Träume. Das tut man am Besten im Wald, wo die Götter und Geister wohnen, und die wilden Tiere.

Es ist ein verschneiter Mittwintertag im Jura, der Himmel wolkenverhangen, der Wald neblig und still. Ziellos wandern wir durch das Land, immer tiefer hinein in das Holz. Mit dabei ein grosses Horn und dunkles Bier. Wir wollen diese Zeit feiern.

Oben, auf einem baumbestandenen Rücken, finden uns die Raben. Mit ihrem finsteren Ruf begleiten sie uns. Bis wir an einem Ort stehen, an dem sich alles richtig anfühlt.

Wir heben das Horn, trinken auf unsere Träume. Das wilde Lappland, im Winter. Die Hochtäler und Eisflächen der Alpen. Die grünen Schluchten des Juras im Sommer. Die verzauberte Welt der Eishöhlen, im tiefen Norden. Auf Glück und Wachsen und Grünen, in diesem neuen Jahr. Und auf die Macht des Raben, des Steinbocks, des Ebers.

Still wandern wir weiter –plötzlich kracht es im Wald, ein massiger Schatten fliegt über den Pfad: Ein Keiler bricht aus dem Gebüsch und verschwindet im Tann. Wir folgen seinen Spuren. Kein Zweifel – er war auf dem Weg zu uns. Ein gutes Zeichen. Bestimmt.



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