février 10, 2012

Planet Snow

Andermatt ist ein Schneeplanet. Gut zwei Meter liegen am Parkplatz im nahen Realp, das Thermometer zeigt -27° C, der Himmel ist blau und die Berge weiss. Man ist schnell hoch hier oben, startet auf 1500 Meter über Meer. Und da die Urschner seit ihrer Ankunft den einstigen Urwald des Bärentales gerodet und in eine riesige Prärielandschaft verwandelt haben, um mit Viehandel reich zu werden, gibt es kaum noch Bäume. Nur weite, weisse Hänge. Und Lawinen. 

Heute müssen wir uns einen sicheren Weg suchen. An den grasigen Seiten, wo der Boden vor dem grossen Schnee nicht gefrieren konnte, drohen Gleitschneelawinen. Weiter oben, wo der Wind ungebremst über die Flanken fegt, Schneebretter. Es gibt nur eine einfache Tour, der stotzig First, wo Hunderte von Skifahrern die Schneedecke jeden Tag so zerpflügen, dass keine tückischen Gleitschichten mehr entstehen. 

Doch dahin wollen wir nicht. Zuviele neonbunte Tupfer wimmeln am Grat, zu beliebt und zu bekannt ist dieser Berg. 

Wir suchen und einen anderen Weg. Spuren selbst, steil hinauf zwischen kümmerlichen Grünerlen, die Aufmerksamkeit immer ganz beim Schnee, beim Gelände. Suchen abgeblasene Rücken, weichen den Triebschneefeldern aus, bleiben immer wieder stehen, prüfen die Möglichkeiten. Und finden eine Route. 




Plötzlich stehen wir oben an den weiten, weichen Hängen. Völlig allein in der Kälte, in der Sonne, im Wind. Dick eingepackt, wie zwei Astronauten auf einem fernen Winterplaneten aus Schnee. 


Die Abfahrt wird ein Rausch. Das Bier danach schmeckt. Was für ein Winter. 


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