février 09, 2012

Seegfröörni


Diese Geschichte endet an einem eiskalten Morgen am Zürichsee. Der Bach am Küsnachter Horn ist gefroren. Man spekuliert über eine neue Seegfrörni. Weil man ja über irgendetwas reden muss. Dort, wo der Bach normalerweise in den See mündet, haben sich tatsächlich schon Eisfelder gebildet. Darauf sind Laternen aus Eis, mit Kerzen darin. Darumherum eine Traube von Leuten, in dunklen Kleidern.  Man kann Schlittschuh laufen auf dem frischen Eis, die Kinder tun das. Nebenan ein Feuer, an diesem frühen, kalten, nebligen Morgen. Und hundert Leute. Das warst, zum letzten Mal. Du.



Einer ist gestorben, zu früh. Eine Geschwulst im Hirn, Hoffnung, Elend, Auflehnung, was will man wissen.  Ein Naturkind. Ein Lehrer. Der jeden Sommer Gärten hat erblühen und jeden Frühling die Fasnacht hat erbersten lassen. Der mit einer der schönsten Frauen des Landes wundervolle Kinder aufwachsen hat aufwachsen lassen. Der zweifelte,  und schrieb,  und handelte. Der auch im finstersten Winter einem leidenden Wuotisheer in einem kalten wilden Wald seine heisse Suppe einflösste.

Bevor wir ihn im Stich liessen.

Diese Geschichte endet an einem eiskalten Morgen am Zürichsee. Ein Tumor. Der Tod. Wir greifen mit klammen Fingern in kaltes Eisen. Noch einmal treicheln wir zusammen, über den See hinaus, in den Nebel hinein. Du hast immer gesagt: «Ich bin en Seebueb». Seebueb, faar uber all Wasser, und den,  chun hein. 








THYRFING: Home Again

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