mars 21, 2012

Küchlein, Lauch und Feuer


Wir stehen auf einem Felskopf in der Nacht, in der Mitte lodert ein riesiges Feuer. Wir trinken auf uns, auf unsere Geschichte, auf unsere Zukunft. Bis im Osten langsam ein glutroter Feuerball über den Wäldern aufsteigt. Ôstarun

Ab Abend zuvor haben wir uns in dem kleinen Städtchen im Tal getroffen, sind schwerbepackt durch Feld und Wald zu unserer kleinen Jägerhütte marschiert. Es gab Papet Vaudois, grünen Lauch und rauchige Würste. Eine Spezialität aus der Westschweiz, diesem kleinen Stück Gallien, dem Land der Wälder, Seen und Höhenzüge. Früher kochte man dies zu den Brandons, dem grossen Fühlingsfest, bei dem vom Vorarlberg bis weit nach Frankreich hinein auf allen Kuppen mächtige Feuer brannte. Danach haben wir Küchlein gebacken, im heissen Fett auf offenem Feuer, der Teig nach alter Tradition über nackten Frauenknien dünn ausgezogen. Und sind nach einer kurzen Nacht hier hoch gestiegen, um den Frühling nach Art des Landes willkommen zu heissen. 


Am Nachmittag werde ich in meiner Hängematte liegen, an den schlanken Stämmen hoch blicken, die sich im Biswind wiegen. Den Frühling im Wald spüren. Und mich freuen auf die wunderbar wilden, Natur- und Heimatverbundenen Feste, die wir noch feiern werden. 

Fotos: Effkay

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