octobre 27, 2012

Flammend kommt der Graue



Über Basel hängen schwere Wolken, am Bahnhof mischt sich Schnee in den Regen. Weiter hinten, in Erschwil, liegt ein grauer Flaum über dem Gras, die herbstroten Laubbäume beugen sich tief unter der schweren Last. Der Winter bricht herein. Ich stapfe alleine durch die Nässe, der Boden ist rutschig und schwer. Immer grauer, immer kälter wird der Jurawald, je höher ich steige. Kolkraben krächzen am Schemel durch den Nebel.


Hundert Mal bin ich diesen Pfad gegangen, im Winter, zuletzt an einem grünen heissen Banntag. Heute finde ich ihn fast nicht. Keine Spuren weisen den Weg, alles ist vom Schnee verweht, ich bin völlig allein. Auf den Kreten bläst ein rauher Wind. Schneewechten sind im Weg. Die letzten Meter sind ein Suchen im Weiss. Dann stehe ich oben, in der Menschenleere. Schwer streicht der Nordwind über die Kuppe, wirbelt mir feuchte Flausen ins Gesicht. Ich trinke ein dunkles rotes Bier auf den Grauen, der heute einzureiten scheint. Und spüre sie. Das mächtige Heer des Winters, das in dunklen Wolken über das Waldgebirge zieht, den Alpen entgegen. Der Wetterluft, der Winter ist zurück.





Gerade rechtzeitig schaffe ich es wieder ins Tal. Im wohligen Warm des Postautos gleite ich talauswärts durch die Dämmerung. Dunkle Türme, Tannen, verlorene Lichtlein in den Berghängen. Schwarzbubenland. Oben stürmt die erste Winternacht in Einsamkeit. 



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