octobre 21, 2012

Laue Winternacht


Das Pluoz war gross. Die braunen Berge im Himmel, unsere Schatten im letzten Abendlicht. Der Wiederhall des Singsangs aus den Wänden, das Schäumen des roten Biers in der Chuofa, wie es in kleinen Sturzbächen über den flechtenbewachsenen Felsen floss. Das Geräusch der Rabenschwingen über uns. Die Abendkühle, die plötzlich durch das Tal floss, als die Kraft, die im Bier ist, unsere Gesichter zu wärmen begann. Die Jauchzer hinaus in den verbleichenden Tag.

Nun sind wir in der Hütte, es riecht nach rauchgeschwärztem Holz und Feuer, auf dem Eisenofen liegen Speck und Äpfel im Anken. Daneben brodelt, in tiefen gusseisernen Pfannen, eine Schulter vom Alpschaf im Kohl.  Wir feiern das Ende des Sommers, und damit den Beginn eines neuen Jahres. Vetrnætr. Nur, das vom Winter noch kaum etwas zu spüren ist. Denn draussen, vor der zweiteiligen Tür unserer Alphütte, ist weder Wind noch Schnee noch Kälte. Es ist fast lau, am Himmel schimmert die Milchstrasse, und durch das Lichtermeer ziehen unzählige Sternschnuppen ihre Bahn. Diese Nacht, dieses Fest, gehört ganz dem Foll. Auf einen grossen Winter, und ein grosses Jahr!


2 commentaires:

kopffuessler a dit…

So gut, die Ausflüge in deine wilden Täler.

madamelila a dit…

Ich wünsche dir noch unzählige wilde, berührende und herzwarme Aufenthalte in den Bergen 2013.

(Ganz ganz oben. Oder Mitten drin. Je nachdem.)

D.