octobre 28, 2012

...und dann ist es Winter


Noch vor einer Woche sassen wir in unserer Hütte im Diemtigtal, lauschten dem Plätschern des Brunnens und schauten in den Himmel, wo Sternschnuppen ihre Bahn zogen. Fuhren durch herbstgoldene Bergwälder, sassen im Hemd beim Most, und wunderten uns, wo der Winter geblieben war. Sieben Tage später sind wir wieder in den Berner Bergen unterwegs. Und alles ist anders. Die Wälder überzuckert, kniehoher Schnee auf den Weiden. Das Weiss reicht bis hinunter zum See. Und oben, wo die ersten Kuppen über die Wälder lugen, tobt der Sturm. 






Einsam geht es auf Schneeschuhen über alte Alpfade, vorbei an Moorseen und alten Hütten, hinauf in den Wind. Dort herrscht der Norden. Rauhe Böen lassen mir das feuchte Hemd gefrieren, die Finger werden augenblicklich klamm. Arktische Gefühle kommen auf. In Daunenjacke und Kevlarhose breche ich meine Spur durch hüfthohe Verwehungen, dazwischen geht es wieder über blankgefegtes Heidegras. Ab und zu flattert ein Moorhuhn auf, dass sich im Lee der Wächten vor dem Wetter schützen wollte.





Es ist bereits dunkel, als wir zurück bei den Häusern des Dorfes sind. Und den Winter ein zweites Mal mit einem Festessen begrüssen. Gemspfeffer, Italiener, dann ein Cheli. Sei willkommen, Alter Mann.


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