janvier 06, 2013

Blanc du Jura


Weihnachtsfrühling über der Schweiz. Das Land ist weiss, noch vor kurzem tobten Schneestürme. Nun   ist es warm wie im Frühling, bis hoch hinauf in die Berge leckt die warme Luft am Schnee. Lässt die vom Wind geformten Eismonumente an den Flanken des Hochgebirges ins Rutschen geraten. Macht die Berge mühsam, und dort, wo sie es nicht sind, gefährlich. Wir lassen die Ski im Keller und nehmen die Schneeschuhe.


Ob dem Bielersee herrscht Freizeitstimmung. Zu Hunderten sind die Bewohner des Stadtlands unterwegs, um den Winter zu geniessen. Mit Schlitten, auf Langlaufskis, in Turnschuhen und mit Walkingstöcken, mit Hunden, mit Kindern, ein paar in voller Tourenausrüstung. Sie tummeln sich auf den Weiden zwischen den Einzelhöfen, immer in der Nähe der einen oder anderen Métairie. Westschweizer Leichtigkeit.


Wir gehen ein bisschen weiter. Auf den Gestler, wie er in unserer Sprache immer noch heisst. Vor einem Jahr waren wir hier, im wütenden Sturm, tranken aus Hörnern, tanzten Trolltänze, und fuhren Ski. Heute zeigt sich das Land von seiner anderen Seite. Gleissend hell und sonnig, der Alpenkamm am Horizont, der Mont Blanc, der Monarch, über allen. Dazwischen Nebelmeer, später am Abend die Seen im Silberlicht.







Als alle längst gegangen sind und die Sonne hinter den weiten des Juras zu Rast und Gnaden geht, sind wir immer noch auf dem Gipfel, liegen auf einem kleinen, ausgeaperten Flecken braunem Gras, als sei es Sommer. Es hat noch Weisswein vom Rhein, aus der grossen Ebene nicht weit nördlich von hier. Die Welten kommen zusammen, wir auch, und als wir nach einem atemberaubenden Abstieg im Dunkel des Dorfes sind und im Cheval Blanc die Lichtlein leuchten, sind unsere Wangen rot, von der Liebe zu uns und diesem Land.





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