février 24, 2013

Zwiebelsuppe


Manchmal muss man nicht weit gehen. Der Winter ist nun bis an den Oberrhein vorgedrungen, die Jurawalder haben sich in eine boreale Schneelandschaft verwandelt. Was will man da in die Alpen. Wir fahren der Birs entlang ins Tal, im Gepäck nichts als ein paar Zwiebeln, gute Butter, einen schönen Wein. Und wandern durch Kastentäler an eiszapfenbehangenen Kalkfelsen vorbei hinein in den Wald. Im Winter ist hier alles weit weg, die Wildnis und das Abenteuer sind bis vor die Tore der Stadt vorgedrungen. 



Wir stapfen durch schweren, knietiefen Schnee, schaufen, schweigen. Verlieren den Weg. Kämpfen uns durch Jungwuchs, stehen irgendwann vor einem Felsen, der uns den Weg versperren will. Ein kurzer Entschluss, und wir sind plötzlich am klettern, in Baumwollhosen und Wollenpullover auf überschneitem, vereisten Fels. Kurz nur, dann sind wir oben und suchen unseren Weg durch umgestürzte Bäume, Lichtungen und verschneites Brombeergestrüpp zu einer kleinen Jagdhütte. 


Dort brennt schon bald ein kleines Feuer, gespiesen von Ästen, die im Schatten der grossen Bäume das schlechte Wetter trocken überstehen. Wir schmelzen frischen Schnee, dünsten Zwiebeln in Butter, mit viel Geduld, bis es dunkel ist. Dann gibt es Zwiebelsuppe mit Weisswein. Die beste, die ich je gegessen habe. 

Es ist tiefe Nacht, als wir durch Feld und Wald den Weg zurück ins Tal suchen. Es waren nur ein paar Stunden an einem grauen Tag. Und doch ein bleibendes Erlebnis. Nein, man muss nicht weit gehen...

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