avril 01, 2013

Die Brenner


Es ist ein trüber Tag Ende März. Ein paar Männer schreiten schnaubend über eine Weide empor, über feuchten Schnee und nasses, braunes Gras, den Blick an den Boden geheftet, Müdigkeit im Gesicht. Auf dem Rücken Holz, die einen tragen morsche Stämme, die anderen grosse Bündel von dürren Ästen. Jeder für sich, beschäftigt mit seinen Gedanken, oder auch nur mit seinen Füssen und seinem Rücken. Denn es ist nicht der erste Gang heute.

Ein riesiges Feuer soll es werden. Den Frühling, die Rückkehr der Morgenröte, weit ins Tal hinaus verkünden. Doch der Winter ist wieder, wie er einmal war im Bergland. Kalt und lang. Der Sommer ist hier nicht viel mehr als eine Ahnung. Und das vom faulen Schnee durchnässte Holz brennt schlecht. 

Am Abend reiben sie sich am Feuer die Hände, schlingen den heissen Eintopf hinunter, flüchten sich in den Stall. Schlafen wenig und schlecht, stehen zitternd auf noch eh das Morgengrauen naht. Und frieren im Wind auf dem Berg. In einem Nebel, der die Sonne verschluckt und ihren Aufgang verhüllt. In einem Wind, der die Flammen dem Holz entreisst, die Wärme hinausbläst, über den Schnee ins Nichts. 

Sie arbeiten wieder, schichten die Stämme neu, suchen nach Zunder, blasen und atmen Rauch, stellen sich schützend vor jeden Funken Glut, bis – endlich – ein Feuer loht. Und der Sprung über die Flammen, der Sprung in den Frühling, endlich möglich wird. 

Es werden müde, kleine Sprünge. Und manch einer stürzt bei der Landung auf dem nun hart gefrorenen Schnee. Es wird ein altes, müdes Fest. Ein letztes Lied verklingt erst nach dem Abschied. 


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