mars 03, 2013

Lichtwinter


Es war ein strenger und mühsamer Winter. Viel Schnee, viel Kälte. Aber auch viel schlechtes Wetter, gefährliche Verhältnisse. Nur selten konnten wir uns über die Waldgrenze hinaus wagen, das Hochgebirge blieb uns verschlossen. Stattdessen schlichen wir durch Jurawälder und über die gefrorenen Moore des Entlebuchs, genossen den Geruch von Rauch und Holz und feuchter Luft. 

Dann stand der Gouwmaan am Himmel. Und nun steht kalte, saubere Luft über dem Land, die Sonne strahlt, der Himmel ist unendlich weit. An den Sonnenhangen der Surselva ist es fast schon warm, man hört Vögel, man sieht Berge, und will hinaus, hinauf. Es ist Lichtwinter. 


Noch liegt überall Schnee. Doch an die Stelle des Fauchend des Windes ist das Murmeln des Schmelzwassers getreten, ein Bächlein windet sich durch das Weiss, und wir steigen durch ein langes, weites Tal hinauf zur Hütte. Das Abendlicht ist schön, der Sonnenuntergang gross. 




Am Morgen hinaus aus dem Gestick der Hütte, dem Lärm, den Leibern. In die Kälte. Noch ist alles blau, doch an den Türmen in der Höhe kündet sich das Licht schon an. Was für ein Aufstieg. Langsam, gleichmässig, geht es über weite Flächen, der Blick weitet sich von Atemzug zu Atemzug. Alles ist weit und frei, alles Licht, und es gibt keine anderen Farben als blau und weiss. 





Wir gleiten still, zuerst hinauf, dann schnell und immer schneller hinab ins Tal, wo schon ein Anschein von Frühling herrscht. Wir fahren gut und schnell, finden den Weg, sind bald schon im Tal, wo der Tau von den Bäumen tropft und die Lärchen sich nach dem Frühling sehnen. Was für ein Tag, was für eine Tour. Endlich, doch, Lichtwinter. 



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