juillet 25, 2013

Alpzouber


Tausend Meter über dem Talboden leben sie im Sommer in einer andern Welt. Die Traditionalisten, die Aussteiger, harten Arbeiter, die ihren Sommer auf den Urner Alpen verbringen. Strassen und grosse Käsereien wie im Berner Oberland gibt es hier nur selten, die Hütten sind einfach, primitiv fast schon, man riecht den Stall, den Rauch, den Dunst der Milch. 

Es will fast schon Abend werden, über dem Reusstal braut sich ein Wetter zusammen und das Licht wird flach und milchig, als ich bei einer Hütte inne halte. Ein Holzkreuz reckt sich auf einem kleinen Hügel der Leere entgegen, die sich unter der Alp auftut, bietet den Firnen des Schattig Wychel über den Abgrund hinweg die Stirn. Hier haben sie früher den Alpsegen gesungen, vielleicht tun sie es heute noch. Ein Hirt spielt Sackpfeife, ein paar Glocken lachen in das krautige Grün hinein. 


Es sind Augenblicke, die aus der Zeit fallen. Ist das heute? Oder vor 700 Jahren? Oder in einer fernen Zukunft, die an dieser Alp vorbeigegangen ist? Es sind Augenblicke, in denen ich mich sehne nach dem hier. Bleiben will. Dem Zauber erliegen. Irgendwann, vielleicht, komme ich in diese Welt zurück. Und bleibe wirklich. Für einen Sommer wenigstens. Tausend Meter über dem Tal. 

Aucun commentaire: