août 25, 2013

Der Süden


Ein paar Tage waren nur am Steineklopfen im Engadin. Nun geht es zurück. Und wir nehmen nicht den geraden Weg. Am morgen noch stehen wir vor der Hütte, Blick auf die Berninagruppe. Hochalpine Abgelegenheit im Engadin. Hinter dem Eis und dem Granit liegt Italien. 


Ein paar Stunden später. Zwischenhalt in Soglio. Was das Pomatt für die Germanen, ist das Bergell für die Romanen: Die letzte Grenze in den Alpen. Die Gletscher sind nah, die Berge steil und unnahbar. Dennoch hat sich hier ein Stück mediterrane Kultur entfaltet. Die Häuser im kleinen Dorf stehen eng zusammen, die engen Gassen sind gepflastert, die Kirche ist prachtvoll, es gibt eine Piazza. Urbanität ganz am Rande der mediterranen Welt. 


Wir fahren aus dem engen Tal hinaus, an den Comersee. Die Häuser sind in erdigen Brauntönen gestrichen, es ist warm, das Leben findet am See statt. Italien. Und dann, wieder einige kurvige Strassen später, Ascona. Schöne Frauen, gockelnde Männer, astronomische Preise. Tourismus im Tessin. 


Weiter geht es durch das Centovalli und über die Simplonroute nach Zwischbergen, dem letzten Abstecher unserer Heimfahrt. Auch hier gibt es ein paar interessante Blöcke. Die Welt ist plötzlich wieder eine andere hier. Holz statt Stein, Einsilbigkeit statt Beredsamkeit. Der Süden ist anders. 

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