novembre 03, 2013

Allerseelennebel


Während sich die anderen im Nebel des Seelands bei Suppe und Hamme auf die dunkle Jahreszeit einstimmen und kräftig feiern, zieht es uns noch einmal in die Berge. Es ist Allerseelen, und auch hier im Süden hat der Herbst Einzug gehalten. Nebel wabern um die Steinhütten der Alpe di Ribia. Drinnen brennt ein offenes Feuer. Wir sitzen bei Polenta und Wein. Die Vergangenheit ist ganz nah.  


Wie Feuer war auch der Wald, durch den wir aufgestiegen sind. Spätherbst im Lärchenwald. Die Bäume flammen im Grau, leuchten wie Fackeln am Weg. Den wir oft genug verlieren in diesen Tagen. 




Hier ist schon lange nichts mehr wie auf der Karte. Unser Weg zur Alpe di Categn ist verfallen. Manchmal sehen wir nur zwanzig Schritte weit, alles sieht hier gleich aus. Gras, Felsen, Gras. Am nächsten Morgen kommt der Regen. Wir stehen am Lago di Alzasca im Nebelspiel. Ein kalter Hauch streicht über den See. Der Alte ist nun auch hier. 



Der Abstieg ins Tal ist wie eine Rückkehr in die Welt. Der Himmel tut sich auf, die Tessiner Berge tauchen auf. Es wird warm, ein paar hundert Meter weiter untern tragen die Bäume noch ihr letztes Grün. Im Val del Soladino weiden noch ein paar Ziegen, und unten, an der Maggia, herrscht die Stimmung eines lauen Sommerabends. 







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