juin 16, 2014

Durch die Hintertür

Wie Diebe sind wir in die Alpen geschlichen. Durch die Hintertür. Aus dem Eriz, wo alles ist, wie es ist im Emmental, im inneren, oberen Mittelland: Chrächen in Hügeln aus Nagelfluh und Sandstein, stattliche Höfe mit breiten Dächern, Tannen und Vieh und ein Dialekt der ist wie Brot, wenn man es nur lange genug kaut. 

Hier spaziert man los, bergauf, und ist nach ein paar Stunden in einer völlig anderen Welt. Hinter der allerersten hartkalkigen Alpenkette, im Land der Moore, Bergwälder und Karrenfelder. Hier sind wir für ein paar Stunden unterwegs. Wir sind allein, treffen niemanden. Der Sommer ist gerade erst angekommen hier, noch stehen die Alphütten leer, die Türen vernagelt, die Dächer unterstellt. Nur Ankenbälli und Enzian erinnern daran, dass hier in wenigen Wochen die Glocken bimmeln, die Feuergruben rauchen und die Bergmilch im Kessi dampft. 
Ein Pfad führt über eine Fluh zurück ins Tal, und wieder sind wieder aus den Alpen ins Mittelland geschlüpft. Die Höfe, die Kühe, der weite Blick – es könnte auch im Schwarzwald sein. Die Sonne leuchtet aus Westen gegen die Kalktürme der Sieben Hengste. Da hinten waren wir, verstohlen, still, auf einen kleinen Besuch.

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