août 01, 2014

Die Berge kennen uns nicht

Wir stehen still vor einem grenzenlosen Blau. Alles ist kalt, und auch leer. Ein schwarzer Gletscher zwängt sich durch das Urgestein, Wände weisen zu einer Sonne, die kein Licht mehr ist, nur noch ein Schimmer und ein Schein. Hier ist nichts als Schwere und Zeit.

Dann kommen Leute und singen den Schweizerpsalm. Von Heimat und Morgenrot und Sternenheer. Aber die Heimat der Schweizer liegt nicht hier. Sie liegt auf grünen Alpweiden, in den Weinbergen, die in der Sonne glühen, in den Bürgerstädten und all ihrem Geld, an den kühlen Seen und auf dem Kartoffelacker und in der Fabrik. Aber nicht hier. Diese Berge kennen uns nicht. Und sie werden sich nicht an uns erinnern.

Hier hat kein Mensch seine Heimat. Ausser vielleicht jene, die es nicht so mit den Leuten und der Heimat haben. Wilderer. Bergsteiger. Forscher. Fremde. Bôtzeni. 

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